Die Philosophie der Freiheit

Ich schrieb, so fühlte ich, (in der Philosophie der Freiheit) die Gedanken nieder, die mir die geistige Welt bis zu der Zeit meines dreißigsten Lebensjahres gegeben hatte.
Rudolf Steiner, GA 28: Mein Lebensgang
Ich lehre nicht, ich erzähle, was ich innerlich durchlebt habe. Ich erzähle es so, wie ich es gelebt habe. Es ist alles in meinem Buche persönlich gemeint. Auch die Form der Gedanken.
Rudolf Steiner, GA 39: Briefe II
Das wichtigste Problem alles menschlichen Denkens ist das: den Menschen als auf sich selbst gegründete, freie Persönlichkeit zu begreifen.
Rudolf Steiner, GA 3: Wahrheit und Wissenschaft
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Die Philosophie der Freiheit als „Jugendwerk“ Rudolf Steiners

Die „Philosophie der Freiheit“ ist Rudolf Steiners „Jugendwerk“. Er entwickelte sie zwischen seinem 22. und 32. Lebensjahr in der Auseinandersetzung mit den Gedanken seiner Zeit, der Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts. In vielen Bereichen ist diese Zeit immer noch prägend für die Art und Weise, wie wir denken, wie wir die Welt wissenschaftlich anschauen und sie gesellschaftlich gestalten.

Rudolf Steiner mit 21 Jahren

Die Philosophie der Freiheit ist dabei mehr als eine philosophische Auseinandersetzung: sie ist ein Übungsbuch und ein Schulungsweg des Denkens und der Freiheit. Sie ist eine Frage an unsere Individualität, unser Handeln und dessen Quellen. Bin ich bestimmt durch gesellschaftliche Normen und vererbte Eigenschaften? Durch materielle Prozesse? Durch meinen Egoismus? In welchem Verhältnis stehe ich zur Welt und wie gestalte ich sie? Wie kann ich individuell, aus meinen ureigensten Impulsen heraus handeln, und was bedeutet das für die Welt? Diese und weitere Fragen sind Kernanliegen der Philosophie der Freiheit, die nicht nur „gedacht“, sondern denkend „erübt“ werden wollen. Das, was wir kraftvoll in unserem Denken entwickeln, ist ein Teil der Welt und wird seinen Weg in die Welt finden.

Schulung des Denkens

In der Schulzeit und oft auch im Studium wird sehr viel Wert auf Wissensvermittlung und die Wiedergabe von erlernten Inhalten gelegt. Es kann das Gefühl entstehen, im eigenen Denken nur unzureichend ausgebildet zu werden. Während man ein Musik-Instrument täglich und unter Umständen für mehrere Stunden übt, ist das für unser Denken keine Selbstverständlichkeit. Auch unser Denken ist ein Instrument. Und viel mehr noch, wie wir im Laufe des Jahrestrainings feststellen werden. So ist die Philosophie der Freiheit auch eine Schulung des Denkens.

Philosophy of Spiritual Activity

Dies ist die von Rudolf Steiner vorgesehene englische Übersetzung seiner Philosophie der Freiheit. Sie ist kein philosophisches Gedankengebäude. Sie führt in eine geistige Tätigkeit, die sich in eine spirituelle verwandelt. Im „Pädagogischen Jugendkurs“, GA 217, drückt es Rudolf Steiner so aus:

„Aber versuchen Sie es einmal mit einem aktiven Denken, dann werden Sie sehen, wie dabei das Herz engagiert wird. Am intensivsten kommt der Mensch unserer Epoche in die geistige Welt hinein, wenn es ihm gelingt, das aktive Denken zu entwickeln. Denn durch das aktive Denken kommen wir dazu, in den Gedanken wiederum herzhafte Kräfte zu haben.“

Ethischer Individualismus

Handlungsstandards- und anweisungen, Algorithmen, Gesetze und Regeln, DIN-Normen und Trends prägen unseren Alltag und unser berufliches Leben. In all dem lebt noch der Kant’sche Imperativ: „Handle so, dass die Grundsätze deines Handelns für alle Menschen gelten können.“ Die Philosophie der Freiheit antwortet darauf mit einem dezidiert individualistischen Ansatz:

„Nicht wie alle Menschen handeln würden, kann für mich maßgebend sein, sondern was für mich in dem individuellen Falle zu tun ist.“

Hannah Arendt hat es einmal so ausgedrückt: „In der Moral geht es um das Individuum in seiner Einzigartigkeit. Das Kriterium von Recht und Unrecht, die Antwort auf die Frage: Was soll ich tun?, hängt in letzter Instanz weder von Gewohnheiten und Sitten ab, die ich mit anderen Lebenden um mich teile, noch von einem Befehl göttlichen oder menschlichen Ursprungs, sondern davon, was ich im Hinblick auf mich selbst entscheide. Mit anderen Worten: Bestimmte Dinge kann ich nicht tun, weil ich danach nicht mehr in der Lage sein würde, mit mir selbst zusammen zu leben.“ (Aus: Elisabeth Young-Bruehl: „Hannah Arendt, Leben, Werk, Zeit“, 5. Auflage, Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2018).

In unserer Zeit wird Freiheit und Individualität oft mit Egoismus gleichgesetzt. Die Philosophie der Freiheit führt zu einer ganz anderen Weltsicht und stellt der individuellen Handlung aus Freiheit die Liebe zur Seite:

„Nur wenn ich meiner Liebe zu dem Objekt folge, dann bin ich es selbst, der handelt.“


Rudolf Steiner: Die Philosophie der Freiheit

Buchausgabe

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Der Verkauf erfolgt über eine genossenschaftlich organisierte Versandplattform im Namen von Vividus, einem kleinen lokalen Buchcafe in Tübingen. Wir erhalten keine Provision.

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Hörbuch "Philosophie der Freiheit"

Gelesen von Michael Mentzel. www.steiner-hoeren.de/Philosophie-der-Freiheit.67.0.html

Was Teilnehmende über das Jahrestraining sagen...

„Für mich war das eine unglaublich schöne, immer wieder freudige Überraschung so ranzugehen, auf so eine Art und Weise an diesen Stoff. Ich fand das einfach so lebendig und so modern, dass mir das Herz aufgegangen ist. Also ich bin Euch so dankbar, dass Ihr diese Arbeit da in die Welt setzt, auf diese Weise und ich erlebe auch, dass Ihr immer weiter guckt, wie geht es weiter, was braucht die Welt heute? Wie kann das gehen? Ich finde das einfach nur toll.“

„Ich finde es so liebevoll und wunderbar von Euch gestaltet, dass es für mich gar kein Problem, kein Thema mehr war, dies nicht so intensiv zu lesen. Jede Woche, das war irgendwie klar, und das hat mir eine solche innere Wachheit und einen so großen Halt gegeben…“

„Ich bin jemand der am liebsten liest. Ihr habt mit Euren Karten mir gezeigt, dass man mit den Karten noch sehr viel tiefer eindringen kann, als wenn man nur Seite für Seite liest, und darin lebt. Die Karten waren für mich ein echter Hit, Du konntest genau den einen Spruch fixieren, Du konntest die Karte mitnehmen, statt im Buch dann wieder nachzuschlagen. Es eine wirklich tolle Idee. Das werde ich für mich übernehmen. Vielen Dank dafür.“

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